Guatemala

Gegen die Ausbeutung des Wassers!

Indigene Gemeinden verteidigen ihr Recht auf Selbstbestimmung, Ernährungssouveränität und Kontrolle über die natürlichen Ressourcen

Die Frauengruppe der Landpastorale San Marcos bei der Aussaat von Bio-Gemüse.

Steckbrief

Projektfokus
Indigene Rechte, politische Teilhabe, Ernährungssouveränität, Agrarökologie
Zahl der Begünstigten
219 Kleinbauernfamilien
Spendenbedarf
73.856,00 Euro

Seit vielen Jahren droht der Bau eines Wasserkraftwerks den Landkreis San Pablo, im Südwesten Guatemalas, grundlegend zu verändern. Sollte es zum Bau der neuen Wasserkraftanlage Hidro Salá kommen, besteht die Gefahr, dass der Río Salá austrocknet. Damit würde der wichtigste Fluss der Region verloren gehen. Für die lokale Bevölkerung wären die Folgen katastrophal: Sie verlieren den Zugang zu ihren Trinkwasserquellen und zu Wasser für die Landwirtschaft. Die Landpastorale von San Marcos unterstützt die indigenen Gemeinden, sich ihrer Rechte auf Selbstbestimmung, Ernährungssouveränität und Kontrolle über die natürlichen Ressourcen in ihren Gebieten bewusst zu werden und sie aktiv einzufordern.

Seit vielen Jahren droht der Bau eines Wasserkraftwerks den Landkreis San Pablo, im Südwesten Guatemalas, grundlegend zu verändern. Sollte es zum Bau der neuen Wasserkraftanlage Hidro Salá kommen, besteht die Gefahr, dass der Río Salá austrocknet. Damit würde der wichtigste Fluss der Region verloren gehen. Für die lokale Bevölkerung wären die Folgen katastrophal: Sie verlieren den Zugang zu ihren Trinkwasserquellen und zu Wasser für die Landwirtschaft. Die Landpastorale von San Marcos unterstützt die indigenen Gemeinden, sich ihrer Rechte auf Selbstbestimmung, Ernährungssouveränität und Kontrolle über die natürlichen Ressourcen in ihren Gebieten bewusst zu werden und sie aktiv einzufordern.

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Bereits seit 2008 leisten indigene Gemeindebewohner*innen in San Pablo Widerstand gegen das geplante Wasserkraftprojekt. Trotz des lokalen Widerstands erteilte die guatemaltekische Regierung Hidro Salá 2011 einen 50-jährigen Betriebsvertrag und die Baugenehmigung für den Staudamm. Das Wasserkraftunternehmen brachte trotz der lokalen Proteste ihre Maschinen in die Gemeinden, um umgehend mit dem Bau zu beginnen. Es kam zu einer Verschärfung des Konflikts und Militarisierung der Region.

Bei den Konfrontationen wurde einer der indigenen Anführer*innen der Protestbewegung, Fausto Sánchez, sogar verhaftet. 2019 erreichte die indigene Bevölkerung dann einen Meilenstein: Der Oberste Gerichtshof von Guatemala erkannte an, dass die kollektiven Rechte des Maya-Mam-Volkes des Landkreises San Pablo vom guatemaltekischen Staat verletzt wurden, da dem Unternehmen Hidro Salá die Genehmigungen ohne freie, vorherige und informierte Konsultation der betroffenen Gemeinden erteilt wurden. Der Oberste Gerichtshof gewährte den indigenen Führern Schutz und setzte die Lizenzen des Wasserkraftprojekts Hidro Salá aus.

Im Rahmen des von INKOTA unterstützten Projekts werden nun Gemeindeversammlungen und Foren abgehalten, um über die möglichen Folgen von privatwirtschaftlichen Wasserkraftwerken für die Umwelt und Bevölkerung zu informieren. Außerdem unterstützt das Projekt beim Organisieren der notwendigen jährlichen Wiederholung der Gemeindekonsultation über den Bau von Wasserkraftwerken und anschließenden Kundgebung des jeweiligen Ergebnisses gegenüber der Gemeindeverwaltung. Durch gleichzeitige Kommunikationskampagnen und Informationsarbeit zu indigenen Rechten in unterschiedlichen Medien sollen zudem soziale Ungerechtigkeiten im Landkreis angeprangert, mögliche Lösungsstrategien verbreitet werden sowie Bewusstsein über die kollektiven Rechte geschaffen werden.

Das Projekt hat uns einen wichtigen Impuls gegeben, unsere Maya-Kultur und unsere Lebensräume wieder mehr wertzuschätzen. Die Weiterbildungen haben uns darin bestärkt einzufordern, dass unsere Menschenrechte respektiert werden. Wir alle haben ein Recht auf ein Leben in Würde, gesunde Ernährung und Bildung."
Cristina Crúz
Teilnehmerin des Vorgängerprojekt im Nachbarlandkreis

Gleichzeitig werden die indigenen Familien dabei unterstützt, ihre kleinbäuerlichen Produktionssysteme zu diversifizieren und agrarökologisch umzugestalten, um sich besser zu wappnen gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Dafür erhalten sie Produktionsmittel, u. a. an die lokalen Bedingungen angepasstes traditionelles Saatgut sowie Baumaterialien zur Errichtung von Regenwasserspeichersystemen.

Projektleiter Rony Aguilar zeigt sich durchweg begeistert von dem Projekt: „Viele kleine Veränderungen machen einen riesen Unterschied. Agrarökologie ist ein ganzheitlicher Ansatz. Es geht uns nicht nur um Landwirtschaft, sondern Gesundheits- und Hygieneaspekte müssen unbedingt mitgedacht werden.“ So werden die Kleinbauernfamilien im Rahmen des Projekts Heilkräuter anbauen und sie zu Salben, Tee, Hustensäften und Tinkturen verarbeiten.

Gewächshäuser gegen den Klimawandel

In den Projektgemeinden sollen zudem Tunnelgewächshäuser errichtet werden. „Das ist gleich in dreifacher Hinsicht eine äußerst wirksame Maßnahme“, so Rony Aguilar. „Auf der einen Seite reicht dadurch eine Tröpfchenbewässerung aus und die knappen Wasserressourcen werden optimal genutzt. Auf der anderen Seite werden die Pflanzen vor zu starken Regenfällen und Hagel geschützt, was im Hinblick auf die sich verschärfenden Auswirkungen des Klimawandels besonders wichtig ist. Drittens können bei den konstant hohen Temperaturen im Gewächshaus Gemüsesorten angebaut werden, die unter freiem Himmel keine Chance hätten. Dadurch wird die Ernährung der Familien sinnvoll ergänzt.“

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