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Arndt von Massenbach

Armutsbekämpfung und Entwicklungsfinanzierung

Armut kann besiegt werden

Trotz einiger Fortschritte in den vergangenen Jahren leben heute über eine Milliarde Menschen weltweit in absoluter Armut. Täglich sterben rund 20.000 Menschen an den Folgen von Unterernährung. Millionen Kinder haben keinen Zugang zu Bildung und Gesundheit. Die Armut raubt ihnen die Chance auf eine menschenwürdige Entwicklung. Die Bekämpfung der Armut ist deshalb eines der zentralen Ziele von INKOTA und seinen Partnern. In den Ländern des Südens unterstützen wir durch Entwicklungsprojekte die Betroffenen aktiv bei ihrem selbstbestimmten Weg aus der Armut. In Deutschland setzten wir uns für gerechtere gesellschaftliche Rahmenbedingungen ein, ohne die eine Welt ohne Armut nicht möglich sein wird.

Entwicklung braucht Finanzierung

Um Armut zu bekämpfen und Entwicklung zu fördern, sind ausreichende Finanzmittel erforderlich. Seit über 40 Jahren versprechen die Staats- und Regierungschefs der Industrienationen 0,7 Prozent ihres jeweiligen Bruttonationaleinkommens (BNE) für die weltweite Bekämpfung von Armut und Hunger bereit zu stellen. Doch dieses Ziel ist bis heute nicht erreicht. Deutschland gab 2009 nur 0,35 Prozent des BNE für öffentliche Entwicklungshilfe aus.

Acht Millenniumsentwicklungsziele

Im September 2000 verabschiedeten die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die Millenniums-Erklärung zur Bekämpfung weltweiter Armut. Für die Umsetzung wurden die acht konkreten Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG) vereinbart. Alle Mitgliedstaaten der UN haben zugesagt, diese Ziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Ban Ki-moon, der UN-Generalsekretär nannte die MDG das größte Versprechen, das sich die Menschheit je gegeben hat.

INKOTA unterstützt die Umsetzung der MDG und engagiert sich zum Beispiel bei der Kampagne "Deine Stimme gegen Armut".

Globale Rahmenbedingungen verändern

Aber die Umsetzung der MDG reicht bei Weitem nicht aus, um globale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Armut zu schaffen. Die Halbierung der Armut führt nicht unbedingt zu nachhaltigen Veränderungen in den Entwicklungsländern. Ohne ein faires Handels- und Finanzsystem, das menschenrechtlichen und ökologischen Anforderungen gerecht wird, werden wir keine dauerhafte Verbesserung der Lebensumstände erreichen. INKOTA engagiert sich daher für den Fairen Handel und einen umfassenden Schuldenerlass für arme Länder.

Wir schlagen vor, verstärkt alternative Instrumente zur Entwicklungsfinanzierung zu nutzen, um die benötigten Finanzmittel zu beschaffen. Die Finanztransaktionssteuer kann einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Armutsbekämpfung leisten.

Verantwortung der Entwicklungsländer

Natürlich stehen auch die Entwicklungsländer in der Verantwortung. Sie müssen ihre eigenen Einnahmen steigern und mehr Mittel für Armutsbekämpfung, Grundbildung, Gesundheitsfürsorge und die Entwicklung des ländlichen Raums zur Verfügung stellen. Voraussetzung dafür ist eine gute Regierungsführung und demokratische Mitsprache der Zivilgesellschaft. Wir unterstützen Nichtregierungsorganisationen in den Ländern des Südens, die vor Ort Ungerechtigkeiten anprangern und sich gegenüber ihren Regierungen für die Rechte der Armen einsetzen.