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Die weltweit führenden Handelsketten Aldi, Lidl, Carrefour, Tesco und Walmart erwarten sogar in der Wirtschaftskrise solide Gewinne und einen steigenden Marktanteil am Bekleidungssektor. Dabei profitieren sie von ihrer Einkaufsmacht und dem Druck, den sie auf Zulieferer ausüben können und der von diesen an die Beschäftigten weitergegeben wird: Die ArbeiterInnen rutschen immer tiefer in die Armut und leiden unter katastrophalen Arbeitsbedingungen und schweren Arbeitsrechtsverletzungen.

Der Marktanteil von Discountern am deutschen Textileinzelhandel ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Discounter sind mit 13,2 Prozent Marktanteil die größten Konkurrenten des Fachhandels. Wegen ihrer aggressiven Preispolitik setzen Anbieter wie Aldi, Lidl, KiK, Plus (Tengelmann-Gruppe) und Tchibo den Fachgeschäften zu. Kampagnen wie "Geiz ist geil" oder "Hauptsache billig" aber auch die Verschlechterung der sozialen Situation eines Großteils der Gesellschaft haben den Billiganbietern eine starke Marktmacht verschafft. Menschen aus allen Bevölkerungsschichten greifen immer häufiger zu Discounterware. Die Einkaufspraktiken der Discounter sind ein großes Hindernis für die Umsetzung internationaler Arbeitsstandards. Aufgrund der wachsenden Proteste mühen sich die Trendsetter im Wettstreit des Geizes seit einiger Zeit um eine Verbesserung ihres schlechten Images. Laut eigener Werbung verpflichten sie sich zur Einhaltung internationaler Arbeitsstandards. Ihre Marktmacht und ihre Strategie, die Preise zu drücken, machen die großen Discounter und Handelsgiganten jedoch weiterhin zu Spitzenreitern im weltweiten Wettlauf um die schlechtesten Arbeitsbedingungen.
Die Clean Clothes Campaign (CCC) – Kampagne für Saubere Kleidung belegt diese Vorwürfe durch Recherchen. Die veröffentlichten Reporte zu Lidl/KiK (PDF, 3,3 MB) und anderen beschreiben die Situation in den Zulieferbetrieben von fünf großen Handelsketten in Indien, Bangladesch, Sri Lanka und Thailand.
Die Discounter-Kampagne der deutschen CCC übt seit 2008 Druck auf Aldi, Lidl, KiK und die Politik aus. Die Kampagne wird nun auch auf internationaler Ebene weitergeführt. Der "Cashing In" Bericht (PDF, 460 KB) ist der Beginn der internationalen "Better Bargain Campaign" der CCC.
Die Einkaufspraktiken der Supermarktketten werden auch von der Supermarkt-Initiative ins Visier genommen, bei der auch INKOTA mitarbeitet. Weitere Infos unter www.supermarktmacht.de.