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Lars StubbeKoordination Eilaktionen
Kampagne für Saubere Kleidung
Tel.: 030 - 42 08 202-52
Fax: 030 - 42 08 202-10
stubbe[at]inkota.de
Nach einjährigem Protest akzeptiert Tchibo seine Verantwortung für die Einhaltung der Arbeitsrechte bei seinen Textilzulieferern in Bangladesch.

Im Jahr 2005 richtet sich die Kampagne für Saubere Kleidung gegen den Kaffeeverkäufer Tchibo, der auch Kleidung im Sortiment führt. Vermehrt war es zu Arbeitsrechtsverletzungen in Zuliefererfabriken in Bangladesch gekommen. „Den Lohn erhalte ich immer erst einen halben Monat später, die Überstunden werden nicht richtig gezählt und erst am Ende des folgenden Monats bezahlt. Um auf die Toilette gehen zu können, muss ich mich in eine Warteliste eintragen. Die Luft ist schlecht, es ist sehr eng und nicht sauber, deshalb habe ich öfters Kopfschmerzen und auch Fieber“, berichtet eine Arbeiterin. Von den Löhnen in den Fabriken können die ArbeiterInnen kaum überleben. ArbeiterInnen, die sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzen, werden entlassen.
Auch der damalige Verhaltenskodex von Tchibo weist große Mängel auf. Der Kodex macht keine Aussagen zu den Regelungen von Arbeitszeiten oder Beschäftigungsverhältnisse. Den ArbeiterInnen wird nicht explizit das Recht auf Vereinigungsfreiheit zugesagt. Externe Kontrollen sind nicht vorgesehen. Im Ganzen ist der Verhaltenkodex weit davon entfernt, den Forderungen der Clean Clothes Campaign (CCC) zu entsprechen.

Die Kampagne für Saubere Kleidung veröffentlicht Anfang 2005 einen Bericht (PDF, 1 MB), in dem sie systematische Arbeitsrechtverletzungen bei den Tchibo Zulieferern aufdeckt und fordert KonsumentInnen zum Protest auf. Vielerorts kommt es zu Aktionen vor Tchibo-Filialen. 20.000 Protestpostkarten (JPG, 30 KB) gehen im Laufe der nächsten Monaten bei Tchibo ein. Die Kampagne fordert Tchibo auf, den CCC-Verhaltenskodex zu übernehmen und dessen Einhaltung durch regelmäßige und unabhängige Kontrollen zu gewährleisten sowie die Produktion nicht zu verlagern, wenn Arbeitsrechtsverletzungen bekannt werden.
Nach einem Jahr des hartnäckigen Protests willigt Tchibo ein, sich für die GewerkschafterInnen und den Schutz der Arbeitsrechte einzusetzen. Der Konzern kündigt einen umfassenden Kurswechsel an und will langfristig den Forderungen der Kampagne nachkommen.