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Lars StubbeKoordination Eilaktionen
Kampagne für Saubere Kleidung
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stubbe[at]inkota.de

Der europäische Fußballverband UEFA und das österreichische Unternehmen IPM streiten ab, dass sie in der türkischen Fabrik Mink Tekstil, aus der GewerkschafterInnen entlassen worden waren, produzieren ließen.
Im Sommer 2008 machte die Kampagne für Saubere Kleidung Fußballfans und KonsumentInnen über Arbeitsrechtsverletzungen beim Fußball-Fanartikelhersteller Mink Tekstil in der Türkei aufmerksam. Mink Tekstil hatte 52 ArbeiterInnen entlassen, die sich aktiv für bessere Arbeitsbedingungen einsetzten und einer Gewerkschaft angeschlossen hatten. Recherchen der Kampagne für Saubere Kleidung und der lokalen Gewerkschaft Teksif hatten ergeben, dass in der Fabrik im Auftrag der UEFA und des österreichischen Handelsunternehmen IPM Artikel mit dem Logo der „EURO 2008“ hergestellt wurden.
Hunderte von UnterstützerInnen der Kampagne beteiligten sich an der Eilaktion, die sich auch an die UEFA und IPM als Auftraggeber richtete. Der Fall stieß unmittelbar vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft bundesweit auf Presseresonanz.
Sowohl UEFA als auch IPM lehnten jegliche Verantwortung ab. Sie verstrickten sich jedoch in ihren Aussagen wiederholt in Widersprüche. Letztendlich gab IPM an, dass in der Fabrik Mink Tekstil zwar Testaufträge für die EURO-2008-Produkte platziert worden waren, es jedoch nie zu einem Auftrag gekommen sei. In der türkischen Presse und im Internet stieß die Kampagne für Saubere Kleidung jedoch auf verschiedene Hinweise, dass Mink Tekstil EURO-2008-Produkte für IPM herstellte. Konfrontiert mit diesen Hinweisen, behaupteten sowohl IPM als auch die UEFA, dass Mink Tekstil diese ohne Lizenzrechte produziert und damit illegal gehandelt hätte. Es würde sich um einen Fall der Produktpiraterie handeln. Bis heute haben UEFA und IPM der Kampagne für Saubere Kleidung indes keine Beweise für diese Anschuldigungen vorgelegt. Mit Ende der Fußball-Europameisterschaft brachen UEFA und IPM den Kontakt zur Kampagne für Saubere Kleidung ab und reagieren seitdem nicht mehr auf Anfragen.
Erfreulicherweise haben die entlassenen ArbeiterInnen mittlerweile Anstellung in einer anderen Fabrik gefunden. Die Kampagne wird auch in Zukunft genau beobachten, wo und unter welchen Bedingungen UEFA-Fanartikel angefertigt werden.