Jugendliche fördern

Gegen Migration und Perspektivlosigkeit

Viele Jugendliche in Nicaragua sehen traurig in ihre Zukunft. Arbeitsplätze sind  Mangelware und besonders auf dem Land erscheint vielen das Leben nicht erstrebenswert. Zugleich ist der Anteil der Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung aufgrund der demographischen Entwicklung viel höher als in Ländern wie Deutschland; das Durchschnittsalter liegt bei 18 Jahren und 53 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre.  Die Zukunft des Landes liegt dort tatsächlich in der Hand von jungen Menschen – und das gilt insbesondere in ländlichen Regionen.

Die INKOTA-Partnerorganisation ADDAC in Matagalpa weiß um diese Probleme, deshalb ist die Förderung von Jugendlichen seit Jahren einer ihrer Schwerpunkte. Das aktuelle Projekte unterstützt Jugendliche in 18 Gemeinden der drei Landkreise Mataguás, San Ramón und Muy Muy im Departments Matagalpa im Norden Nicaraguas. Bis zu 2.000 Jugendliche sind in unterschiedlichem Ausmaß an den Projektkomponenten beteiligt.

Einkommen schaffen, Kultur fördern

ADDAC gibt Jugendlichen einen günstigen Kredit, um ein "Kleinunternehmen" gründen und sich somit ein Einkommen schaffen zu können. "Unternehmen" dieser Art können ebenso eine Milchviehwirtschaft, eine Schaf- oder Ziegenhaltung sein, wie eine Imkerei, eine Maismühle oder eine kleine Schneiderei. Bevor die Jugendlichen einen Kredit erhalten, erhalten sie gezielte Ausbildungen, bei denen sie sich u.a. einen "Unternehmensplan" erarbeiten sowie die Quoten und die Laufzeit der Kreditrückzahlung bestimmt werden.

Doch durch das Projekt werden nicht nur die ökonomischen Grundlagen gefördert, sondern auch die Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche verbessert. Es werden Theatergruppen aufgebaut und die musikalische Betätigung der Jugendlichen wird durch den Kauf von Instrumenten unterstützt.

Zur Stärkung der Identifikation mit der eigenen Kultur und Region wird von den Jugendlichen ein Regionalmuseum aufgebaut. Im Museum wird auch eine Agrotourismus-Route der Region vorgestellt werden, die von Projektmitarbeitern erarbeitet werden soll.

Innerhalb dieser Agrotourismus-Route können Touristen ökologisch arbeitende Bauernhöfe, lokale Kooperativen und auch Kleinunternehmen von Jugendlichen besuchen. Dies stärkt nicht nur das Bewusstsein der Bevölkerung für die Errungenschaften in der Region, sondern verhilft kleinbäuerlichen Familien auch zu einem zusätzlichen Einkommen aus dem Tourismus.

Stärkung der Selbstorganisation und der Gemeinden

Weiterhin soll eine Jugendorganisation aufgebaut werden, in der sich die Jugendlichen koordinieren, um einerseits ihre Interessen gezielt in ihren Gemeinden einbringen zu können und andererseits in diesen Dörfern das Leben mitzugestalten. Beispielsweise werden UmweltschutzpromotorInnen ausgebildet, die in den Schulen zusammen mit den Kindern Baumschulen anlegen und Wiederaufforstungskampagnen in den Gemeinden starten.

Damit die Jugendorganisation auch nach Projektende nachhaltig finanziell abgesichert ist, wird ein Förderfonds eingerichtet, aus dem sie weiterhin unterstützt wird. Der Förderfonds wird von Zahlungen der lokalen Bevölkerung gespeist.

Das Ziel dieses Projekts ist, Jugendlichen Perspektiven für ihr Leben auf dem Dorf anzubieten, indem sie sich eine ökonomische Grundlage aufbauen und aktiv ihr Dorf mitzugestalten können, statt ihm enttäuscht den Rücken zu kehren.

Projektinfo

Projekt: Jugendförderung in 18 ländlichen Gemeinden
Ort 3 Landkreise Matiguás, Muy Muy und
San Ramón
Partner ADDAC
Laufzeit Juli 2011 bis Juni 2013
Kosten 149.160 Euro
Spendenbedarf15.350 Euro
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