INKOTA-Protestaktionen

Protestaktion beim Berliner Umweltfestival


Bei seiner Eröffnungsrede zum Berliner Umweltfestival wurde Staatssekretär Michael Müller durch eine Protestaktion von INKOTA-AktivistInnen überrascht. Sie zogen während seiner Rede mit einem Transparent mit den Worten Biosprit macht Hunger direkt vor die Bühne, was den Staatssekretär dazu zwang zu den Auswirkungen von Agrosprit auf die Ernährungssicherheit in seiner Rede einzugehen. Der Staatsminister versuchte die Ausweitung von Agrosprit schön zu reden, in dem er darauf hinwies, dass die Bundesregierung an der Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien arbeite. Demnach sollen nur noch Pflanzen zur Gewinnung von Agrokraftstoffen verwendet werden, die sich nicht negativ auf Mensch und Natur auswirken.

Doch umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen warnen davor, dass Zertifizierungssysteme keine nachhaltige Produktion garantieren können. Die negativen Effekte der Agrokraftstoffproduktion sind in ihrer Komplexität praktisch nicht durch Zertifizierung erfassbar. Im Regierungsentwurf für eine Nachhaltigkeitsverordnung fehlen soziale und menschenrechtliche Kriterien, viele Umsetzungsfragen sind ungeklärt. Aber auch weitergehende Zertifizierungssysteme können indirekte Effekte wie Landnutzungsveränderungen nicht verhindern. Zudem laden die vagen Umweltkriterien dazu ein, wegen der allgemein hohen Komplexität und der schlechten Kontrollierbarkeit umgegangen zu werden.